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Kath. Kirchgemeinde Oberegg

SeelsorgerGewählt
Herr Pfarrer Johann Kühnis, Kirchplatz 10 1981

E-Mailadresse: kath.oberegg@bluewin.ch

VerwaltungsratGewählt
Daniel Breu, Fallbachstrasse 6, Dachdeckerpolier, Präsident 2002
Johann Kühnis, Pfarrer, Kirchplatz 10 1981
Karin Schnetz, Bankfachfrau, Dorfstrasse 9, Pflegerin 2009
Helen Nessensohn, Altersheim Watt, Aktuarin 1999
Tim Haas, Sonnenhügel 3a, Sekundarlehrer 1999
Johannes Sonderegger, Landwirt, St. Antonstrasse 79 2006
Walter Breu, Gonzeren 5, Schreiner 2007

PfarreiratGewählt
Lionella Sturzenegger, Post, 9414 Schachen, Präsidentin 2005
Tim Haas, Sonnenhügel 3a, Sekundarlehrer 1999
Andrea Klee-Kesseli, Mitlehnstrasse 15 2003
Jolanda Mainberger, Rutlenstrasse 13 2003
Thomas Ulmann, Rüteggstrasse 9 2006
Andrea Breu, Wiesstrasse 18 2007

RechnungsprüfungskommissionGewählt
Andrea Breu-Schmid, Kauf. Angestellte, Wiesstrasse 18 1993
Urs Breu, Elektriker, Schwellmühlestrasse 33 1994

Geschichte

Katholische KircheDie Bestrebungen im Gebiet der damaligen Rhodsgenossen von Ober-Egg und Hirschberg eine Kirche zu bauen, gehen in die Zeit vor der Landteilung zurück. In eben diesem 16. Jh. waren unsere Ahnen nach Altstätten, Marbach, Berneck, St. Johann-Höchst, St. Margrethen und Thal kirchgenössig.

Schon am 7. Februar 1515 richtete der Abt von St. Gallen als einflussreichster Gegner des Kirchenbaus ein Schreiben an Dr. Kaspar Wirth in Rom, des Inhalts, dass die Appenzeller ohne sein Vorwissen an die päpstliche Botschaft bei der Eidgenossenschaft gelangt seien. Aus Angst, das Kloster St. Gallen könnte Schaden nehmen, beschwerte sich der Abt bei den Boten der VIII Orte über den geplanten Kirchenbau. Die eidgenössische Tagsatzung würdigte die Gründe des Abtes und ersuchte die Appenzeller von ihrem Vorhaben abzusehen.

Damit wurde der geplante Kirchenbau fallen gelassen und erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verwirklicht. Nachdem der Zweifache Landrat 1646 dem Bauvorhaben noch wenig Positives abgewinnen konnte, erlaubte er am 2. September 1652 den Obereggern und Hirschbergern, die Kirche zu bauen. Doch zur selben Zeit war unter den Rhodsgenossen namentlich wegen des Bauplatzes ein heftiger Streit ausgebrochen. Hierin findet sich die Erklärung fürs ursprüngliche Patrozinium «Maria zum Schnee», welches in seiner Deutung auf eine Legende aus dem 4. Jahrhundert um die Kirche «Maria Major» in Rom zurückgeht.

Am 6. September 1657 wurde die neue Kirche samt Glockenturm zu Ehren der Gottesmutter "Maria zum Schnee" durch den Konstanzer Weihbischof Sigismund feierlich konsekriert, und zu Beginn des Jahres 1658 unterzeichnete der Generalvikar von Konstanz, Ratholdus Morstein, das kirchliche Errichtungsdekret.

Neubau

Der 16. April 1817 wurde erneut zum Schicksalstag der Oberegger Pfarrkirche. Am Nachmittag dieses unheilvollen Tages schlug der Blitz bei heftigem Schneegestöber in den Turm und äscherte die Kirche in kurzer Zeit ein. Nach rund 3 Jahren Arbeit konnte die neue Kirche ihrer Bestimmung übergeben werden.

Bereits 1868 vermochte das Gotteshaus seine Besucher nicht mehr zu fassen und an Lichtmess selbigen Jahres entschied sich die Kirchbürger-versammlung für einen Erweiterungsbau. Die Konsekration der (heutigen) Kirche erfolgte am 5. August 1872 durch Bischof Greith.Verschiedene Veränderungen musste das Gotteshaus durch Renovationsarbeiten von 1908/09 und 1969/71 über sich ergehen lassen. Anlässlich der Altarweihe am 18. April 1971 durch Bischof Hasler wurde auch das ursprüngliche Patrozinium geändert und in Maria Geburt umbenannt.

In der Zeit von 1995-1997 wurde wiederum eine Neugestaltung der Kirche vorgenommen. Die Idee der Weg-Kirche wurde von Architekt Bamert (St. Gallen) realisiert. Die liturgischen Orte gestaltete Kurt Sigrist (Sachseln), das Deckengemälde und die Glasfenster Franz Wanner (Luzern). Die Orgel baute die Firma Kuhn (Männedorf). In der Kirche Oberegg steht heute eine Orgel, die sorgfältige jahrhundertalte Orgelbautradition mit modernstem computerisiertem Standard verbindet. Eine Augenweide für jeden Besucher der Kirche Oberegg.

Glocken

Anlage umfasst 4 Glocken verschiedener Grösse. Die grösste wiegt 2300 kg und ist auf c' gestimmt. Die Frauenglocke hat ein Gewicht von 1150 kg, ist auf e' gestimmt und wird zum Vorläuten (1 h vor Gottesdienstbeginn) eingesetzt. Die Ablassglocke mit einem Gewicht von 700 kg, gestimmt auf g', kündet an, wenn jemand gestorben ist und läutet im Sommer täglich um 14 Uhr zum Wettersegen. Die kleinste Glocke wiegt 350 kg und ist auf h' gestimmt. Alle Glocken tragen Reliefs, zumeist von Aposteln und Inschriften mit Segenswünschen und Bitten um Bewahrung vor Hunger, Pest und Not. Sie stammen aus Feldkirch und tragen die Giesserinschrift «Jakob Grossmair hat mich gegossen anno 1821».

Zum Abschluss der Renovation erschien eine Schrift mit grundlegenden Gedanken zur Weg-Kirche, ferner Hinweise zu den Bildern und Statuen. Sie dokumentiert fast vollständig in Wort und Bild die Kunstwerke, die nach einigen «Exiljahren» wieder in der Kirche Platz gefunden haben. Diese Schrift ist erhältlich am Schriftenstand in der Kirche.

Orgel

Katholische Kirche - OrgelDie heutige, den ganzen Chorraum dominierende grosse Orgel ist das dritte Instrument, das seit der Vollendung der jetzigen Kirche im Jahre 1872 eingebaut wurde. Das erste Instrument, 1873 von Johann Nepomuk Kiene wurde auf der Empore gebaut. Bereits 23 Jahre später, im Jahre 1896, wurde es durch eine neue Orgel aus der Werkstatt der Firma Max Klingler in Rorschach-Staad ersetzt. Diese Orgel besass 24 klingende Register auf Kegelladen mit mechanischer Traktur. 1945 am Ende des zweiten Weltkrieges unterzog man das bestehende Instrument einer tiefgreifenden Umwandlung. Alle Register wurden im Tonumfang erweitert, einzelne ersetzt und die Anzahl der Register auf 33 erhöht. Gleichzeitig wurde der Orgeltisch, der sich in der Mitte der Empore befand, durch einen neuen, seitlich angebrachten Tisch ersetzt. Die mechanische Traktur wurde durch eine elektropneumatische ausgetauscht. 1970 wurde auch der alte Prospekt durch ein modernistisches Gehäuse ersetzt.

Durch diese Umbauten traten mit der Zeit immer deutlicher Mängel zutage, sodass im Zuge der Kirchenrenovation 1995 - 1997 die Anschaffung eines neuen Instrumentes beschlossen wurde. Ursprünglich war aus finanziellen Erwägungen ein Instrument mit 25 Registern geplant. Der Verein Orgelfreunde Oberegg wurde ins Leben gerufen. Sein Ziel war, Geld aufzutreiben, um den Ausbau auf 36 Register zu ermöglichen. Zu der halben Million Franken, die von den Kirchbürgern und Kirchbürgerinnen für die Orgel bewilligt wurden, haben die Orgelfreunde zusätzlich den Betrag von Fr. 400.000.-- aufgebracht, die für die Register, Setzerkombination und Schleiergitter eingesetzt werden konnten. Die Firma Kuhn AG in Männedorf erstellte eine Orgel, die vollständig mechanisch, mit 36 Registern verteilt auf zwei Manuale und Pedal gespielt werden kann.

In sorgfältigem Abwägen zwischen Organisten und Orgelbauer wurde eine Disposition erstellt, die es erlaubt, Orgelwerke aus allen Zeitepochen wiederzugeben. Dabei konnten auch drei alte Register der alten Klingler-Orgel nach sorgfältiger Restauration wieder verwendet werden.