Kloster St.Ottilia, Grimmenstein

Kloster St. Ottilia, Grimmenstein

1378 begannen drei Frauen im Aeschachwald nach der Art niederländischer Beginen eine Wohngemeinschaft. 1424 bekamen diese „ Waldschwestern“ von der Stadt St. Gallen durch die Hofleute von St. Margrethen-Höchst eine Hofstatt und Hofreite am heutigen Klosterstandort zugewiesen. 1527 wurde dieser Besitz vom Land Appenzell durch einen Schutzbrief bestätigt. 1609 traten die Schwestern vom Grimmenstein der Pfanneregger-Reform bei, die aus den Waldschwestern durch Satzungen, Gelübde und geregeltem Chorgebet Kapuzinerinnen machte. Während des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) nahm das Kloster einen gewaltigen Aufschwung, sodass 1659-1671 Kirche und Kloster neu gebaut werden musste. 1727 bekam dann das Klostergebäude annähernd das heutige Aussehen.
Da seit der Reformation das Kloster eine katholische Insel im reformierten Landesteil darstellte, gab es immer wieder Diskussionen zwischen Inner und Ausserrhoden. Die Vereinbarung, dass Innerrhoden die personelle, Ausserrhoden die territoriale Hoheit über das Kloster auszuüben habe, machte die jeweilige Rechtslage nicht klarer. Erst 1870 wurde diese Unklarheit behoben und aus Klostergebäude und Garten eine Innerrhodische Exklave geschaffen, während die umliegenden Güter zu Walzenhausen kamen.
Nachweisbar schon im 17. Jahrhundert – vermutlich aber schon früher – pflegten die Schwestern im Klostergarten die Aufzucht zahlreicher Heilpflanzen, aus denen sie die vielseitig geschätzten Heilmittel herstellten. Zahlreiche Hausmittel nach neuen und alten Rezepten erfreuen sich auch heute noch grosser Beliebtheit.