Ortsplan und Karte

Karte Oberegg

Der weitverzweigte Bezirk Oberegg ist gleichmässig von Hügeln, Mulden und kleinen Tälern überzogen. Bei den vielen steilen Hängen gibt es - abgesehen vom Najenriet - keine grösseren Ebenen, aber auch keine überragenden Erhebungen wie im inneren Landesteil. Die geschichtliche Entwicklung brachte es mit sich, dass die Grenzen Obereggs zu Appenzell A.Rh. fast durchwegs künstlich sind und nicht natürlichen Scheidelinien folgen. Der ganze äussere Landesteil ist von Heimwesen der typischen Streubauweise durchsetzt. Dazwischen liegen an Bacheinschnitten, Steilhängen und auf Hügelkuppen kleine Waldflecken. Der durch die Ausserrhoder Gemeinde Reute zweigeteilte Bezirk Oberegg wird vom Dorf Oberegg aus verwaltet. Die "obere Rhode" erstreckt sich von St. Anton (1107m ü.M.) bis zum südlichsten Punkt bei der Landmark und erreicht beim Kapf auf 603 m ü.M. die Gemeindegrenzen von Altstätten. Der "untere Gang" umfasst die tiefergelegene Bezirkshälfte vom Hirschberg bis in der Nähe von Berneck mit den grösseren Weilern Büriswilen, Eschenmoos, Sulzbach und den dazugehörigen Heimwesen.

In nordöstlicher Richtung von Appenzell breitet sich zwischen den Hügelzonen St. Anton und Hirschberg Oberegg, das zweitgrösste Innerrhoder Dorf, aus. Keine Bahn, aber mehrere Postautolinien verbinden Oberegg mit den Nachbarorten. Oberegg ist ein langes, am Nordosthang der Talmulde ansteigendes Strassendorf. Die ältesten Häuser der ursprünglich hochmittelalterlichen Siedlung gehen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück. Sie prägen heute noch das Vorderdorf und den Kirchplatz mit der in neuromanischem Stil erbauten Pfarrkirche. Im 19. Jahrhundert dehnte sich Oberegg infolge des Strassenbaus in die benachbarten Dörfer nach Norden und Westen aus. Es entstanden vor allem Giebel- und Walmdachbauten in spätklassizistischer Art. Nach 1950 setzte eine rege Bautätigkeit ein. Als politisch selbständiges Dorf verfügt Oberegg über die erforderlichen schulischen und verwaltungsmässigen Einrichtungen, aber auch über breitgefächerte Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe.

Weiler des Bezirks Oberegg

Eine knappe Wegstunde oberhalb von Oberegg befindet sich der Weiler St. Anton. Der im Jahre 1470 erstmals erwähnte Bildstock St. Antonius von Padua wurde 1752 durch eine barocke Wallfahrtskapelle ersetzt. Es entstand eine kleine Siedlung, die vorübergehend über ein eigenes Schulhaus verfügte. Hier bietet sich ein prachtvoller Rundblick zum Alpstein, über das Rheintal hinaus in die Vorarlberger und Bündner Alpen und in den Bodeseeraum. Der kleine Bergrücken ist ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel, und bei günstigen Schneeverhältnissen steht sogar eine kleine Skiliftanlage zur Verfügung.
An der Gabelung der Verkehrsstrassen von Walzenhausen nach Oberegg und Berneck befindet sich Büriswilen. Der Ortsname lässt vermuten, dass die Besiedlung der Gegend in die karolingische Zeit zurückgeht. Büriswilen besteht aus einer Häuseransammlung mit einer Kapelle, die im 17. oder beginnenden 18. Jahrhundert entstanden ist. Kirchlich gehört der Weiler zum st. gallischen Berneck. Für die Post in Büriswilen ist Berneck zuständig.
Im nahen Katzenmoos reifen an geschützter Hanglage die Trauben des einzigen Innerrhoder Weinberges. Wirtschaftlich ist der Weiler auf die nahen Dörfer des Rheintals ausgerichtet. Das Kloster Grimmenstein ist von Ausserrhoder Gebiet umgeben und gehört als kleine innerrhodische Exklave verwaltungsmässig zu Oberegg.
An der oberen Strasse nach Berneck liegt Eschenmoos mit der schlichten Barockkapelle St. Anna von 1671.
Die Siedlung Kapf wurde 1392 erstmals erwähnt und bedeutet vom Namen her "Ort mit Ausblick". In diesem Weiler befinden sich behäbige Blockbauten auf einer schönen Aussichtsterrasse gegen das Rheintal. Die im Jahre 1922/23 neu erbaute Kapelle gehört zur Pfarrei Marbach.